Die große Lüge über die Seltenheit von Gold und Diamanten/The great lie about the rarity of gold and diamonds

Alchemie wird Realität: Synthetisches Gold existiert. Und hinter dem Diamanten-Markt verbirgt sich eine clevere Marketing-Kampagne.

36365.png

Während China nach dem größten Goldvorkommen seit 1949 gräbt und Milliarden in den Abbau investiert, stellt sich eine fundamentale Frage: Warum holt man Gold überhaupt noch aus der Erde, wenn man es künstlich herstellen kann? Und warum gelten Diamanten als wertvoll, obwohl sie massenhaft verfügbar sind? Die Antworten zeigen die Grenzen der Technologie – und die Macht des Marketings.

Der alte Traum der Alchemie ist längst keine Fantasy mehr. Dank modernster Wissenschaft und Technologie ist er sogar möglich. Nur eben nicht effizient. Wie das Wissenschaftsmagazin IFLScience berichtet, können Wissenschaftler Gold im Labor herstellen – allerdings benötigt dies entweder eine Kernreaktion, einen Teilchenbeschleuniger oder die Explosion einer Supernova. Jedes Goldatom hat einen Kern mit 79 Protonen. Wie ein Experiment von 1941 zeigte, lässt sich durch Beschuss von Quecksilber mit Neutronen ein Proton abspalten und Gold erzeugen. Zugegeben, es sind radioaktive Gold-Isotope, aber es ist immer noch Gold.

Der Nobelpreisträger Glenn Seaborg wandelte in den 1980er Jahren am Lawrence Berkeley Laboratory Atome von Wismut in Gold um, indem er Wismut mit Kohlenstoffkernen in einem Teilchenbeschleuniger beschoss. Seaborg kommentierte sein gelungenes Experiment mit den Worten: „Es würde mehr als eine Billiarde Dollar pro Unze kosten, Gold auf diese Weise herzustellen.“

Auch am CERN Large Hadron Collider haben Physiker Gold hergestellt, indem sie Bleikerne aufeinander schießen ließen.

Diamanten – die cleverste und größte Marketing-Lüge der Geschichte

Anders verhält es sich bei Diamanten. Was heute als Symbol für Liebe, Beständigkeit und Luxus gilt, ist das Ergebnis einer der erfolgreichsten Marketing-Kampagnen der Geschichte. Entgegen der verbreiteten Annahme sind Diamanten nicht selten. Diamanten galten einst als rar, als die einzigen bekannten Minen in Indien und Brasilien lagen. Doch 1870 entdeckten britische Geschäftsleute massive Vorkommen nahe dem Oranje-Fluss in Südafrika. Die Finanziers erkannten schnell: Der Wert von Diamanten hängt von künstlicher Knappheit ab. Also gründeten sie De Beers Consolidated Mines und übernahmen die Kontrolle über die gesamte Diamantenindustrie.

Durch das Zurückhalten der meisten Diamanten und die Freigabe nur eines sorgfältigen Stroms in den Rest der Welt konnte De Beers den Preis von Diamanten künstlich in die Höhe treiben.

Ihr größter Coup war Hollywood. Ayers eröffnete ein Hollywood-Büro und gab Produzenten Diamanten. Im Gegenzug würden die Produzenten die Diamanten während des Films positiv präsentieren. Ayers gelang es auch, Königin Elizabeth II. dazu zu bringen, nur Diamanten zu tragen, und machte die königliche Familie indirekt zu Verkaufsagenten.

Aber inzwischen hatten viele Menschen diesen wertvollen Stein in die Hände bekommen. De Beers befürchtete, dass die Preise zu fallen beginnen würden, wenn die Menschen anfangen würden, gebrauchte Diamanten zurück auf den Markt zu verkaufen. Die Kampagne erreichte 1953 ihren Höhepunkt, als Marilyn Monroe in „Gentlemen Prefer Blondes“ den Song „Diamonds Are a Girl‘s Best Friend“ sang.

Synthetische Diamanten entlarven die Knappheitslüge:

Heutzutage sind synthetische und natürliche Diamanten nicht voneinander zu unterscheiden. Damit werden Diamanten zu einer theoretisch endlosen Ressource. Anders als bei Gold, dessen synthetische Herstellung wirtschaftlich absurd bleibt, sind Labor-Diamanten längst Realität. Und sie sind nicht nur für Schmuck relevant: Aufgrund ihrer extremen Härte sind Diamanten in Industrie und Bergbau essenziell – für Bohrer, Schneidwerkzeuge und Hochpräzisionsanwendungen. Gerade dieser industrielle Bedarf treibt die Entwicklung synthetischer Diamanten voran.

Doch noch heute versucht die Diamantenindustrie, das Narrativ der Knappheit aufrechtzuerhalten.

Ich zitierte aus folgendem Artikel...

https://www.merkur.de/wirtschaft/teil-wissenschaftlich-erzeugtes-gold-und-die-diamanten-taeuschung-alchemisten-traum-wird-realitaet-zr-94104372.html

Mein persönliches Fazit:

Diamanten hat heute wahrscheinlich jeder im Haus, auf jeden Fall aber jeder Handwerker, selbst wenn es nur eine Diamanttrennscheibe ist.

Wenn Gold tatsächlich einen Nutzen hätte, gäbe es heutzutage sicherlich auch Technologien, um es wirtschaftlich künstlich herzustellen.

Ähnlich war es bei Aluminium, das im Mittelalter das teuerste Metall der Welt war. Das lag jedoch nicht daran, dass es so selten ist, sondern daran, dass das Schmelzen damals noch unwirtschaftlich war.


English

Alchemy becomes reality: Synthetic gold exists. And a clever marketing campaign lies behind the diamond market.

36365.png

While China is digging for the largest gold deposit since 1949 and investing billions in mining, a fundamental question arises: Why extract gold from the earth at all when it can be produced artificially? And why are diamonds considered valuable even though they are available in abundance? The answers reveal the limits of technology—and the power of marketing.

The ancient dream of alchemy is no longer a fantasy. Thanks to cutting-edge science and technology, it is even possible. Just not efficiently. As the science magazine IFLScience reports, scientists can produce gold in the laboratory—but this requires either a nuclear reaction, a particle accelerator, or a supernova explosion. Every gold atom has a nucleus with 79 protons. As an experiment from 1941 showed, bombarding mercury with neutrons can cause a proton to be ejected, producing gold. Admittedly, these are radioactive gold isotopes, but it is still gold.

In the 1980s, Nobel laureate Glenn Seaborg converted bismuth atoms into gold at the Lawrence Berkeley Laboratory by bombarding bismuth with carbon nuclei in a particle accelerator. Seaborg commented on his successful experiment, saying, "It would cost more than a quadrillion dollars per ounce to produce gold this way."

Physicists at CERN's Large Hadron Collider have also produced gold by colliding lead nuclei.

Diamonds – The Cleverest and Biggest Marketing Lie in History

Diamonds are a different story. What is considered a symbol of love, permanence, and luxury today is the result of one of the most successful marketing campaigns in history. Contrary to popular belief, diamonds are not rare. Diamonds were once considered scarce when the only known mines were located in India and Brazil. But in 1870, British businessmen discovered massive deposits near the Orange River in South Africa. The financiers quickly realized that the value of diamonds depended on artificial scarcity. So they founded De Beers Consolidated Mines and took control of the entire diamond industry.

By withholding most of the diamonds and releasing only a carefully controlled stream to the rest of the world, De Beers was able to artificially inflate the price of diamonds.

Their biggest coup was Hollywood. Ayers opened a Hollywood office and gave producers diamonds. In return, the producers would feature the diamonds positively during the film. Ayers also succeeded in persuading Queen Elizabeth II to wear only diamonds, indirectly turning the royal family into sales agents.

But by then, many people had gotten their hands on this precious stone. De Beers feared that prices would begin to fall if people started selling used diamonds back onto the market. The campaign reached its peak in 1953 when Marilyn Monroe sang "Diamonds Are a Girl's Best Friend" in "Gentlemen Prefer Blondes."

Synthetic Diamonds Expose the Scarcity Myth:

Today, synthetic and natural diamonds are indistinguishable. This makes diamonds a theoretically endless resource. Unlike gold, whose synthetic production remains economically absurd, lab-grown diamonds have long been a reality. And they are not only relevant for jewelry: Due to their extreme hardness, diamonds are essential in industry and mining – for drills, cutting tools, and high-precision applications. It is precisely this industrial demand that is driving the development of synthetic diamonds.

Yet even today, the diamond industry tries to maintain the narrative of scarcity.

I quoted from the following article...

https://www.merkur.de/wirtschaft/teil-wissenschaftlich-erzeugtes-gold-und-die-diamanten-taeuschung-alchemisten-traum-wird-realitaet-zr-94104372.html

My personal conclusion:

Everyone probably has diamonds in their home these days, and certainly every tradesperson does, even if it's just a diamond cutting disc.

If gold truly had a use, there would surely be technologies today to produce it artificially and economically.

It was similar with aluminum, which was the most expensive metal in the world during the Middle Ages. However, this wasn't because it was so rare, but because smelting it was uneconomical at the time.

Posted Using INLEO



0
0
0.000
15 comments
avatar

Also dass man synthetische Diamanten nicht von natürlichen unterscheiden kann halte ich für eine glatte Falschaussage.
Ein befreundeter Schmuckhändler, der schon 35 Jahre im Geschäft ist sagt, dass man sie sehr wohl unterscheiden kann.
Vielleicht nicht mit blossem Auge wenn sie gut gemacht sind, aber es gibt Test mit denen man das ganz klar feststellen kann.
In diesem Fall glaube ich da auf alle Fälle meinem alten Schulfreund mehr als irgend einem Schreiberling (denen ich ohnehin schon sehr wenig glaube).😉

0
0
0.000
avatar

Ja der Artikel beleuchtet auch nicht die ganze Wahrheit auch synthetisches Gold würde man sicher unterscheiden können.

Mir ging es im Artikel eher um die Seltenheit. Diamanten sind nicht selten es gibt auch etliche Minen die geschlossen wurden weil sonst der Markt überschwemmt werden würden. Der Punkt das Diamanten künstlich hergestellt werden ist nur noch eine Bestätigung das Diamanten nicht selten sind.

0
0
0.000
avatar

War ja auch keine Kritik an deinem Artikel, die finde ich sehr gut, das weißt du ja.
Aber solche Unwahrheiten stechen mit halt immer gleich ins Auge. 😉

0
0
0.000
avatar

Eine Unwahrheit ist es nun auch nicht ich würde sagen es ist nur ein anderer Blickwinkel 😉

0
0
0.000
avatar

Bist du unter die Politiker gegangen? 😂

0
0
0.000
avatar

Das ist jetzt deine Sichtweise 🤣

Mich als Politiker zu beschimpfen hätte ich jetzt nicht von dir erwartet 😇

0
0
0.000
avatar

Diamonds have a lot of use making it very valuable piece

!BBH

0
0
0.000
avatar

I would not be surprised if Diamonds can be produced identical to the natural diamonds in the near future

0
0
0.000
avatar

One question, my friend: how could gold be created artificially? It's very interesting. At the same time, it's true that marketing is a powerful tool that can cause us to think differently from reality.

0
0
0.000
avatar

Currently, it is not economically viable to artificially produce gold, for example in a particle accelerator.

0
0
0.000
avatar

Who wouldn't want gold and diamonds in their home? But it's impossible in some cases because of the prices they fetch on the market. However, as you rightly explain, it's a matter of marketing to inflate the value in order to, of course, obtain a greater financial benefit.

0
0
0.000