Kräuterkunde: Echte Kamille - Matricara chamomilla
Es heißt, dass ihr Geist sei:
"Bewusstheit (Sonne) der Mutter Erde. Harmonisierende und behütende Kraft."

Systematik
- Ordnung: Asternartige (Asterales)
- Familie: Korbblütlern (Asteraceae) (wie Löwenzahn und die Goldrute)
- Unterfamilie: Asteroideae
- Gattung: Kamillen (Matricara)
- Art: 3 Arten
- Strahlenlose Kamille
Hundskamille, Geruchlose Kamille oder Strandkamille gehören zur selben Familie, aber nicht Gattung wie die Echte Kamille. Die genannten Pflanzen verfügen auch eine andere chemische Zusammensetzung an Inhaltsstoffen als die Echte Kamille.
Um die echte Kamille von anderen Arten, z.B. der Hundskamille zu unterscheiden, öffnet man ein Blütenköpfen. Die echte Kamille hat ein hohles Blütenköpfchen, während die der anderen Sorten gefüllt sind.
Volktümliche Namen
- Apfelkraut
- Blume des Sonnengotts
- Dicke Granille
- Dickköpfe
- Drudenkraut
- Doppelte Kamille
- Edel Chamill
- Echte Kamille
- Feldkamille
- Gartenchamille
- Gemeine Kamillen
- Große Kamillen
- Hermel
- Hermelin
- Hermünzel
- Haugenblum
- Hemdknöpfe
- Kamelle
- Kummerblume
- Kornkamille
- Kathreinenbläume
- Kornelle
- Kragengnebcher
- Krampf-Kamille
- Küh-Melle
- Mutterkraut (so wird auch Tanacetum parthenium genannt: hat breitere Blätter, die wechselständig gefiedert sind)
- Magdblume
- Mariamagdalenakraut
- Muderkrud/Moderkrud
- Mutter
- Wimper des Baldur
- Wilde Gramille
Engl: chamomile
weitere wissenschaftliche Bezeichnungen:
- Matricaria recutita
- Chamomilla recutita
Namensherkunft
Der Gattungsname Matricaria und die darin enthaltene Silbe Matri leitet sich vom lat. mater = Mutter ab oder vom matrix = Mutter, Gebärmutter. Das medizinische Anwendungsgebiet der Kamille ist v.a. Frauenleiden. Die letztere Herleitung erwähnte schon der Lexikograph Matthias Lexer (1830-1895) im Jahre 1872. Auch wird die Kamille als eigener Eintrag (Kamille) im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm als "Mutterkamille" bezeichnet. (Randnotiz von mir: Wobei das Deutsche Wörterbuch bis lediglich F von Jacob Grimm geführt wurde. Nach seinem Ableben wurde es von sämtlichen anderen Forschern weitergeführt, die dieses Wörterbuch zu dem größten und umfangreichsten Deutschen Wörterbuch erschufen. Ich konnte nicht in Kenntnis nehmen, ob sie dabei die unendlich vielen Notizen von den Grimms zur Hilfe nahmen. Die meisten Notizen sind bis heute außerdem noch gar nicht veröffentlich worden, sondern in einer Universität (ich glaube in Berlin) gelagert. Daraus schlussfolgert sich, dass K, Kamille, gar nicht von den Grimms selbst verfasst wurde.)
Die 2. Silbe des Gattungsnamen, also Caria, hat ihren Ursprung auf den Vokabel cara, was mit lieb oder teuer übersetzt wird.
Das Wort Kamille stammt aus dem Griechischen Chamaimélon = "am Boden wachsender Apfel"; chamai = "auf der Erde, niedrig", mélon = "Apfel" -> Kamille = "Erdapfel". Die Botaniker aus früher Zeit fanden heraus, dass der Duft von Kamille ferner an Äpfel erinnert. Der Name "Erd" kommt wegen des niedrigen Wuches der Pflanze. Bevor es zu dem Begriff Kamille kam, wich einige Zeit. Vor dem Griechischen Namen, übersetzte man Kamille mit dem lateinischen Wort C(h)amomilla. Später führte es zu dem mittelhochdeutschen Wort Gamille, was das heute bekannte Kamille ist.

Mythologie/Geschichte
Die Geschichte der Kamille reicht weit zurück, da sie schon lange als eine hochgeschätzte Heilpflanze in verschiedenen Gebieten gilt.
Hippokrates schätzte sie schon im 5. Jhd v. Chr.
Für die Wirksamkeit wurde die Pflanze von griechischen Kräuterkundler Dioskurides im 1. Jhd n. Chr. für die Geburtshilfe, bei Blähungen und Blasenentzündungen gelobt. Dabei riet er zu Umschlägen und Kamillenbäder.
Kamillenöl verwendete man schon in der Antike zum Einreiben von Neuralgien und Gliederreißen.
Bei den alten Ägyptern galt die Kamille wegen ihrer fieber- und hitzedämpfenden Kraft als die "Blume des Sonnengottes" RA. Auch aufgrund des leuchtenden Blütenkopfes, welches an eine Sonne erinnert und die Zungenblüten drumherum an die Sonnenstrahlen. Die Kamille war ein bewährtes Heilkraut der Ägypter.
Die Pflanze als Arznei war im Mittelalter gängig, wie man aus den alten Kräuterbüchern (bspw. Gart der Gesundheit, Kräuterbuch von P.A. Mattioli) herauslesen kann.
Auch im Mittelalter war die Kamille bekannt als Begleiter bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Sie fand Präsenz in europäischen Klostergärten und Kräuterbücher. Darin wird sie beschrieben zur äußerlichen Anwendung bei Hauterkrankungen.
Zur Stärkung von Magen-Darm, bei Kolik und Aufgasung wurde sie in Büchern von frühneuzeitlichen Rosstierärzten beschrieben.
Gebräuchliche Einnahmeformen waren früher Medizinweine und ein Sud aus den Blüten. Damals nutzte man die Pflanze auch als Mittel gegen Lungengeschwüren und Fallsucht, was heute allerdings nicht medizinisch belegbar ist.
Bei Blässe, schmerzenden Hautblasen oder Hautentzündungen wurde die Kamille auch äußerlich angewendet.
Es ist keine Übertreibung, wenn Maria Treben die Kamille als "Allheilmittel" besonders bei Kleinkindern anführt.
"Die am häufigsten arzneilich gebrauchte Pflanze" ist die Kamille, die bei Magen- und Darmbeschwerden und Hautproblemen eingenommen wird, laut dem Arzt David Rosentahl (1821-1875).
Der Schweizer Kräuterpfarrer und Naturarzt Johann Künzle erzählt von einer Frau im Dorf, die man die Kamillenhexe nannte und die die Kranken in ihren Nöten aufsuchten; fünf Schwerhörigen verhalf sie wieder zu ihrem Gehör, indem sie eine Meerzwiebel, Urginea maritima (erhältlich in Gärtnerein) in Kamillenöl briet und dann das warme Öl öfters ins Ohr träufeln ließ.
Johann Künzle erzählte:
Ein Weber konnte nur noch sitzend schlafen; er glaubte, ersticken zu müssen. Die Kräuterfrau sah sich den Mann an und meinte, bei ihm gehe kein Wasser ab, was er bejahte. Er musste sofort eine große Flasche Wein, der mit Kamille gesotten war, trinken, morgens und abends je ein Glas voll. Es ging eine unglaubliche Menge Urin ab, zuerst trüb, dann immer klarer; nach acht Tagen war er geheilt.
Ein weiterer Arzt mit dem Namen Johann Schröder (1600 - 1664) fand ebenso Begeisterung an der Kamille. Er schrieb: Kamille "hat viel herrlichen Nutzen, getruncken ist gut wider die Magenschmerzen, Darm-Gicht, (...), treibet den Stein, (...), reinigt die Mutter, mildert das Fieber".

Glaube
Die Kamille ist das Symbol der Hoffnung.
In damaliger Zeit war die Pflanze auch ein Mittel gegen Wahnsinn und Hexerei.
Kamille ist der Großen Mutter, die Erde selbst, geweiht.
Sie wurde in der römischen Mythologie mit dem Gott Apollo in Verbindung gebracht.
Die Germanen verehrten die Pflanze ihrem Lichtgott Baldr.
Im Christlichen war die Kamille der Maria und dem hl. Johannes zugeordnet. Damals war es üblich einen Strauß Kamille mit zu bringen, wenn man in die Kirche ging.
Als Sonnenwendkraut wurde sie v.a. zur Sommersonnenwende gesammelt. Mit der Bekehrung der "Heiden" (also Menschen, die an ihren eigenen Glauben vertraten) zu Christen wanderte der alte Brauch des Kräutersammelns zu christlichen Sommerfesten über. Damit war der Einzug des Christentums einfacher zu gestalten die Bräuche unter ihren einzigen Gott zu stellen als dass man den Menschen ihr Brauchtum komplett nimmt. Wenn man einfach sagt "Unter den richtigen Gott seist du gesegnet" (also den Christlichen) hinterfragen die Andersgläubigen ihren Glauben eher, als dass man ihnen ihre Tradition auf einmal entzieht, indem man es unter Verbot und Gewaltandrohung vollführt. Gewalt und Glaubenskriege waren dennoch entstanden. Auch gab es einige christliche Priester, die vorher Heiden waren und bekehrt wurden, und dann christlichen und heidnischen Brauch miteinander bewusst oder unbewusst vermischten, was zur Verwirrung führte und noch heute andauert. Außerdem machten sie sich damit in damaliger Zeit strafbar.
Kamille wird heute zu Mariä Himmelfahrt für sogenannte Würzbüschel gepflückt und von Priestern (dies ist, soweit ich weiß, eh nur ein christlicher Begriff, denn die Heiden benutzten den Begriff "Priester" gar nicht) in der Kräuterweihe gesegnet. Damit gilt sie als Mittel Segen spenden zu können und zur Abwehr von dunklen Mächten.
Am Johannistag hängt man einen Kamillenkranz an die Tür um das Haus vor Blitzschlag und anderen Unheil vom Haus und seinen Bewohnern abzuwenden. Ein weiterer Glaube am Johannistag kommt aus Siebenbürgen und sagt, dass die Echte Kamille an diesem Tag sich in die Hundskamille verwandle. Dieser Glaube stammt wahrscheinlich daher, dass Hundskamille später blüht als die Echte Kamille.
Wenn der aufgehangene Kamillenbündel an der Decke sich bewegte, wenn ein Mensch den Raum betritt, dann ist dieser eine Hexe. Unter den Balken in der Stube wurde der Kamillenbündel ebenso aufgehangen, damit gar nicht erst eine Hexe ins Haus gelange. Und auch wer Kamille bei sich trug oder in der Hand hielt, konnte nicht behext werden.
Kamille war eine von den neun heiligen Pflanzen und Teil des Neunkräuterzaubers im Alten (keltischen) England.
Es heißt, dass das Kamillen-Sträußchen vom neuen König bei seiner Krönung mitgetragen wurde.
Eine Legende der griechischen Mythologie lautet, dass Kamille von den Nymphen erschaffen wurde um den hinscheidenden Liebhaber von Aphrodite, Adonis, den Kummer zu nehmen.
Um die Ernte vor Ungeziefer zu schützen, steckte man in die erste Garbe (ein Bündel aus Getreidehalmen) Johanniskraut und Kamille hinzu. Johanniskraut soll dabei angeblich antidämonische und abwehrenden Zauber in sich haben dem alten Glaube zufolge.
Die magische Sammelzeit der Kamille ist am Schnittertag.
Brauchtum
Vorbeilaufende Jungfrauen verneigen sich vor der Kamille.
Kamillentee auf den Bettlaken getröpfelt soll die Leidenschaft und Liebesfähigkeit erhöhen.
Vor einem Glücksspiel wuschen sich die Spieler die Hände mit Kamille um das Glück und das Geld anzuziehen.
Kamillensträußchen wurde als Schutz über das Bett von kleinen Kindern gehangen.
Gute Träume und ein erholsamer Schlaf wird erreicht, indem man einen Kräuterbeutel der Kamille ans Bett legt.
Räucherwerk
- Auflösung von Verfluchungen
- Schließen von "alten Wunden"
- Förderung der Toleranz
- Förderung der zwischenmenschlichen Harmonie
- Vermittelung von Geborgenheit und Besänftigung unserer Streitlust
für
- Ruhe
- Ausgeglichenheit
stärkend bei
- Trauer
- Ärger
- negativen Gedanken
hier mehr zum Ritual der 9 Heilungstagen.
Blütenessenz
- Stärkung der Verantwortung
- Stärkung der klaren Durchsetzung
- Stärkung der Selbstbehauptung
- Milderung von Aggression; kann uns helfen bewusst zu werden wie wir unsere Aggressionen regulieren

Inhaltsstoffe
- Ätherische Öle: Bisabobol, Matricin und einer Vorstufe des Chamazulen (aller letztes entzündungshemmend, antioxidativ, regenerierend)
- Anissäure
- Azulen
- Apiin
- Borneol
- Bitterstoffe
- Cumarine
- Flavonoide
- Flavone
- Farnesol
- Gerbstoff
- Gerbsäure
- Harz
- Herniarin
- Hyperosid
- Kaffeesäure
- Mineralien
- Oleanolsäure
- Pro-Azulen C (inaktiv, sobald man es erhitzt, wird es in das wirksame Azulen verwandelt)
- Phenolcarbonsäuren
- Salicylate
- Salizylsäure
- Schleimstoffe
- Schwefel
- Thujon
- Umbelliferon
- Vanillinsäure
- Werg

Wirkungen
- antibakteriell
- austrocknend
- antimykotisch
- antioxidativ
- angstlösend
- beruhigend
- blutreinigend
- desinfizierend
- entzündungshemmend
- fieberdämpfend
- harntreibend
- hautregenerierend
- hitzedämpfend
- immununterstützend
- krampflösend, krampfstillend (z.B. auf Gebärmutter)
- magensäurehemmend
- menstruationsfördernd
- muttermilchfördernd
- pilzhemmend
- regenerierend
- reizlindernd
- schmerzlindernd
- schweißtreibend
- tonisierend
- ulkusprotektiv
- verdauungsfördernd
- wundheilungsfördernd
in TCM (Traditionelle Chinesische Medizin):
- harmonisierend
- heilend
- spasmolytisch
- schmerzstillend
- tonisierend
- trocknend

Anwendungsgebiete
- Augenpflege, Augenschmerzen (nach Maria Treben)
- Ärger
- Ausschlägen (u.a. nach Maria Treben)
- Angina tonsillaris
- Afterjucken
- Allergien
- Asthma
- Aufstoßen
- Behaarung (nach Maria Treben)
- Blähungen
- Blasenentzündungen
- Blasenschwäche
- bakteriellen Ausfluss
- Bindehautentzündung (u.a. nach Maria Treben)
- Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme, Magen-Darm-Infektionen, erleichtert Stuhlgang ohne abführend zu wirken
- Darmkoliken
- Darmschleimhautenzündung
- Durchfall
- Ekzeme
- Entzündete Wunden
- Entzündeten Augen, Augenschmerzen
- Erschöpfungszustände
- Erkältungen, Atemwegserkrankungen: Inhalation der Kamille
- Erysipel
- Frostbeulen
- Fieber
- Furunkel
- Fisteln
- Fingerwurm (nach Maria Treben)
- Grauer und Grüner Star (nach Maria Treben)
- Gelenkprobleme (Öl)
- Gliederreißen, gelähmte Glieder
- Gesichtsrose
- Gicht
- Grippe
- Geschwüre
- Gürtelrose
- Gerstenkörner
- Hämorrhoiden
- Hauterkrankungen: Ekzeme, Abzesse
- Herpes
- Hautpilz
- Halsentzündung
- Hexenschuss
- Hautunreinheiten
- Husten
- Infizierte Wunden
- Ischias
- Juckreiz
- kleine Schürfwunden
- Krämpfe
- Kopfschmerzen, Migräne
- Koliken
- Lymphknoten-Schwellung
- Milchschorf (nach Maria Treben)
- Mittelohrenentzündung (nach Maria Treben)
- Multiple Sklerose, spastische Lähmung (nach Maria Treben)
- Magenverschleimung, Magenleiden, Magen-Darm Probleme: Völlegefühl, Reizdarm, Erbrechen, Übelkeit, Magenkrämpfe, Sodbrennen
- Müdigkeit
- Mundgeruch
- Mandelentzündung
- Magengeschwüre
- Magenschleimhautentzündungen
- Muskelprobleme (Öl)
- Nebenhodenentzündung
- Nebenhöhlenentzündung, Nebenhöhlenkatarrh
- Nervosität
- Neuralgie
- PMS: Menstruationsprobleme, Regelschmerzen, Ausbleiben der monatlichen Regel
- Reizdarm
- Rheuma
- Rachenkatarrh (nach Maria Treben)
- Stress
- Schlaflosigkeit
- Schwerhörigkeit
- Sonnenbrand
- Schnupfen
- Tränenfluss (nach Maria Treben)
- Trigeminus-Neuralgie, Gesichtsneuralgie (nach Maria Treben)
- Unterleibserkrankungen
- unreine Haut
- Verstopfungen
- vereiternden Mandeln
- Weißfluss
- Wunden
- Zahnfleischentzündungen
- Zahnschmerzen
- Zwölffingerdarmgeschwür
Kamille eignet sich auch für Hunde und Pferde. Katzen wiederum sollten keine Kamille verzehren, da Katzen ein Enzym fehlt, welches den hohen Anteil Ätherischen Öl in Kamille abbaut.
in TCM Organbezug zu Lunge-Dickdarm sowie Mittlerem und unterem Erwärmer.

Anwendungsbeispiele
Augenbäder (auf gar keinen Fall mit gechlortem Wasser)
Ätherisches Öl
Badezusatz: Für Wannenbäder nimmt man zwei Doppelhände, für Gesichtsbäder und Kopfwaschungen je eine Handvoll Kamillenblüten, brüht ab und lässt ziehen
Cremes
Deodorant
Dampfbad: Einen gehäuften Esslöffel brüht man mit einem Liter kochendem Wasser ab. Unter einem Handtuch atmet man die Dämpfe ein.
Eierspeisen
Fußbad
Gelee
Gesichtswasser
Gurgellösung
Hydrolat (Pflanzenwasser)
Haarpflege, besonders bei blonden Haar: Kamillenabsud -> wird duftig, glänzend mit goldenen Schimmer und aufhellend (wirksamer ist dabei allerdings Römische Kamille (Chamaemelum nobile))
Kräuterquarks
Kosmetika
Kräuterkissen als warme Auflage auf schmerzende Stellen (NIEMALS kühlen auf Wunden und Verletzungen!!)
Lippenpflege: 5g Kamillen-Mazerat, 2,5g Bienenwachs, 0,5g Lanolin, 2g Sheabutter, 1Msp. Honig, 1 Tr. Ätherisches Öl Kamille blau
Zubereitung:
Zunächst Bienenwachs und Lanolin im Kamillen-Mazerat im Wasserbad zum Schmelzen bringen. Die flüssige Mischung etwas abkühlen lassen und die Sheabutter dazugeben. Rühren bis sich die Butter ebenfalls aufgelöst hat. Nun noch den Honig und das ätherische Öl eintropfen. Gut verrühren, in eine Lippenstifthülse oder ein Cremedöschen füllen. Zum Abkühlen und Aushärten in den Kühlschrank stellen.Oxymel
Rollkuren
Sitzbäder
Suppen
Seifen
Salbe: 250g Schweinefett erhitzt man wie zum Ausbacken, gibt eine gehäufte Doppelhand frischer Kamillenblüten hinein; es schäumt auf, man rührt um, deckt zu und stellt das Ganze über Nacht in einen kühlen Raum. Am nächsten Tag nochmals leicht anwärmen und durch ein Leinentüchlein pressen. Erfahrungsgemäß geht man am besten so vor: man legt ein Leinentüchlein in ein Sieb, hängt dieses über ein Schnabelgefäß und presst aus. Die Salbenmasse wird dann gleichmäßig verrührt und in saubere Gläser oder Tiegel gegossen.
Tinktur
Tee
Waschungen
Wildkräutersalate
Wein

verwendete Pflanzenteile
- Blätter
- Blüten
- Blütenknospen
Botanik
Merkmale
- Wuchseigenschaften: einjährig, Lichtkeimer, nach schneereichen Wintern und feuchten Frühjahren ist sie besonders häufig anzutreffen
- Wuchshöhe: 10-40cm
- Boden: lehmig bis sandig (aber nicht rein sandig), mit Humos versehen, nährstoffreich, mäßig feucht, schwach sauer bis alkalisch
- Wurzel: dünn, blassbraun bis gelblich
- Stängel: aufrecht, mehrfach verzweigt bzw verästelt
- Blätter: klein, 3- 8 cm lang, wechselständig an Stängel, verästelt, zierlich, 2 bis 3-fach gefiedert, spitz zulaufend
- Blüten hängen herab wie bei einem Schottenrock, einzelne gelbe Blutenköpfchen, die zusammen an Blütenkorb sitzen, pro Blütenkorb bis zu 900 einzelne Blütenköpfchen (im Durchschnitt etwa bis zu 100 Blütenköpfchen); Blütenkorb umgeben von ca 26 - 48 Hüllblätter, Hüllblätter sind weiß und zeigen normalerweise zum Boden; Blütenköpfchen sind immer hohl (wichtigstes Unterscheidungsmerkmal, da es die einzige Art ist mit dieser Eigenschaft!!)
- Früchte: Achänen, bis zu 2mm lang, bräunlich bis graubräunlich
- Vermehrung: im Frühling oder Herbst per Aussaat
- Geschmack: süß, bitter, bis leicht scharf, feinwürzig, dezent salzig
- Geruch: würzig, wohltuend, stark balsamisch, aromatisch in allen Pflanzenteilen
Je älter die Kamille wird, desto größer wird die Kuppe, also das gelbe.
Es hat ein hohles Blutenköpfchen.

(ein bisschen verschommen, allerdings mein einziges selbstgeschossenes Bild aus meiner Kräuterbibliothek; vermutlich ist es die Strahlenlose Kamille - Matricaria discoidea. Der Name stammt daher, dass die Blüten keine Zungenblüten haben. Die Blätter sehen gleich aus wie die der Echten Kamille.)
Vorkommen
ursprünglich aus Süd- und Osteuropa sowie Vorderasien
- gemäßigte Klimazonen
Fundorte
bis zu Höhenlagen zwischen 1200 bis 1700 Meter
- Äcker
- Ackerrain
- Brachfläche
- Felder
- Gärten
- Halden
- Rändern von Getreidefeldern
- in Getreide-, Mais-, Klee-, Kartoffel- und Rübenfeldern
- Wegränder
- Waldwiesen
Sammelhinweise
- Aussatzeit: Ende März im Topf, Direktsaat ins Freiland ab Anfang Mai
- Blütezeit: Mai- Oktober
- Sammelzeit: Mai - Oktober, am besten in Mittagssonne
- Schädlinge: Blattläuse, Mehltau -> dagegen hilft Schachtelhalmsud, Jauche aus Brennnessel; Blattläuse werden auch von Larven der Florfliege und Gallenmücke, sowie des Zweipunktmarieknkäfers gefressen, was zu einer pflanzenunschädlichen und pestizidfreien Bekämpfung verhilft.
- Nebenwirkungen: Obwohl die Kamille seit vielen Jahrhunderten eine bewährte Arzneipflanze ist, kann es bei manchen Menschen zu Magen-Darm Problemen und allergischen Reaktionen kommen.
Verwechlungsgefahr!
- Unechten Kamille (Matricaria inodora) (ist viel größer als Echte Kamille, Blütenköpfchen sind bis zu 4cm groß; geruchslos)
- Magerite
- Gänseblümchen
- Tanacetum parthenium

Quellen:
Bilderquelle: pexels.com
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Weitere Quelle: Buch "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" von Maria Treben
Hinweis !
Bei Verbesserungsvorschlägen, Fehlern und Inspirationen bitte ich um Korrektur. Der Beitrag ist nicht vollständig und es ist noch lange nicht alles über diese Pflanze gesagt.
Dieser Beitrag dient nicht als Heilversprechen, sondern als Zusammenstellung, was ich über die Pflanze im Internet finden konnte. Wenn du die Pflanze einnimmst, bedeutet es nicht, dass du automatisch von all deinen Krankheiten befreit bist, doch du kannst sie als Begleitmittel nutzen und um dich wieder mit der Natur zu verbinden.
Da ich für Eigenverantwortung bin, wünsche ich mir, dass ihr euch selbst informiert, wenn ihr eine Pflanze einnehmen wollt, und nicht nur auf diesen Beitrag vertraut, sondern euren eigenen Weg findet mit der Natur zusammenzuarbeiten.
Dann wünsch ich euch viel Spaß bei eurer Reise mit der Natur :)
~charlissy